Ralf Dahrendorf (1929 – 2009)

Ralf Dahrendorf (1929 – 2009) war Zeit seines Lebens überzeugter Liberaler und Europäer. Er war sowohl als Wissenschaftler als auch als Politiker prägend. Als Sohn eines SPD Abgeordneten war er früh mit Politik konfrontiert und als Jugendlicher – ähnlich wie viele aus dem neoliberalen Kreis um die Freiburger Schule – als Mitverfasser von Flugblättern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

  • Als Mitglied der FDP und der LibDems und deutsch-englischer Doppelstaatsbürger war in politisch in wichtigen verschiedenen Funktionen tätig, zwischen 1970 und 1974 auch als Kommissar der Europäischen Kommission. In Großbritannien wurde er geadelt und war im House of Lords unter anderem Vorsitzender der Commission on Wealth Creation and Social Cohesion (1995).
  • Als Wissenschaftler lehrte er auch an zahlreichen deutschen Universitäten und angelsächsischen Universitäten. 1974 – 1984 war er Direktor der London School of Economics (LSE), wo er auch ein Ph.D. 1954 erworben hatte. Später war er Rektor des St Antony’s College der University of Oxford (1987 – 1991) und von 1991 bis 1997 Prorektor der University of Oxford. Sein Wissen brachte er auch in die Friedrich-Naumann-Stiftung 1982 bis 1987 als Vorstandsvorsitzender ein (1982 – 1987). Ab Januar 2005 war er Forschungsprofessor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Ein ausführlicher Lebenslauf findet sich in Wikipedia

Ausgewählte Werke:

  • Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen[1961].[14] Mohr (Siebeck), Tübingen 1966.
  • Gesellschaft und Freiheit. Zur soziologischen Analyse der Gegenwart. Piper, München 1961.
  • Gesellschaft und Demokratie in Deutschland. Piper, München/Zürich 1965.
  • Plädoyer für die Europäische Union. Piper, München 1973, ISBN 3-492-02038-0.
  • Pfade aus Utopia. Arbeiten zur Theorie und Methode der Soziologie. Piper, München/Zürich 1974, ISBN 3-492-00401-6.
  • Anläufe zur sozialen und politischen Theorie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-518-37059-6.
  • Die neue Freiheit. Überleben und Gerechtigkeit in einer veränderten Welt. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-37123-1.
  • Die Chancen der Krise. Über die Zukunft des Liberalismus. DVA, Stuttgart 1983, ISBN 3-42
  • Betrachtungen über die Revolution in Europa. DVA, Stuttgart, 1990, ISBN 3-421-06579-9.
  • Der moderne soziale Konflikt. Essay zur Politik der Freiheit. DVA, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-06539-X.
  • Liberale und andere: Portraits. DVA, Stuttgart 1994, ISBN 3-421-06669-8.
  • Europäisches Tagebuch. Steidl, Göttingen 1995, ISBN 3-88243-370-1.
  • mit János KornaiDie Zukunft des Wohlfahrtsstaats. Neue Kritik, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-8015-0281-2.
  • uf der Suche nach einer neuen Ordnung. Vorlesungen zur Politik der Freiheit im 21. Jahrhundert. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50540-6.
  • Der Wiederbeginn der Geschichte: vom Fall der Mauer zum Krieg im Irak; Reden und Aufsätze. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51879-6.
  • Engagierte Beobachter. Die Intellektuellen und die Versuchung der Zeit. 1. Passagen, Wien 2005, ISBN 3-85165-726-8(Buchvorschau bei Libreka).
  • Versuchungen der Unfreiheit. Die Intellektuellen in Zeiten der Prüfung. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54054-6.
  • (mit anderen) Klimawandel und Grundeinkommen. Die nicht zufällige Gleichzeitigkeit beider Themen und ein sozialökologisches Experiment. von Maik Hosang. Mascha, München 2008, ISBN 978-3-924404-73-4.